Zugspitze (2962m) über das Reintal

Bei gutem Wetter ging es am Mittwoch auf den höchsten Berg Deutschlands - auf die Zugspitze durch das Reintal. Der 24km lange Weg ist in den meisten Wanderführern mit 9-10 Stunden ausgeschrieben und daher ist es nicht verwunderlich, dass bereits zwischen 5 und 6 Uhr sich die ersten Bergsteiger auf den Weg machten.

Der Weg auf die Zugspitze führt zunächst durch die wunderschöne Partnachklamm (für die man vor den Öffnungszeiten keinen Eintritt zahlen muss). Da ich selber um 6 am Parkplatz der Sprungschanze losgegangen bin, war es in den Tunneln der Klamm noch etwas dunkel - hier ist sicherlich eine Taschenlampe oder Stirnlampe nicht dumm.

Der Weg selber ist auch nach der Partnachklamm sehenswert - allerdings geht es kaum aufwärts. So kommt es, dass man nach guten 5km erst 120 Höhenmeter gemacht hat - frustrierend. Allerdings gleicht die Natur einiges aus, wann maschiert man schonmal bei Sonnenaufgang im Wald und sieht die Sonne die Berge anstrahlen?

Nach knapp 2 Stunden hab ich die Bockhütte erreicht, welchen allerdings so aussah als wäre sie nicht geöffnet. Den Weg zu finden war von Anfang an kein Problem, da man eigentlich nie viele Auswahlmöglichkeiten hat und wenn doch waren diese gut ausgeschildert. Spätestens aber ab der Bockhütte kann man sich gar nicht mehr verlaufen, da es nur noch einen Weg gibt.

Der Weg zur Reintalangerhütte gestaltet sich traumhaft - man maschiert eigentlich die ganze Zeit an einem Fluss entlang. Und auch die Reintalangerhütte strahlt gemütlichkeit aus als ich um 9:00 ankomm. Zu der Uhrzeit hocken noch ein paar Leute draußen und Frühstücken. Die Reintalangerhütte bietet sich auch an um die Tour über mehrere Tage zu verteilen (meistens dann über 2 Tage).

Der Weg zur Knorrhütte wird dann schon etwas anspruchsvoller. Das erste mal gibt es wirkliche Steigungen, wodurch man ins schnaufen kommt. Wenn man früh genug dran ist, ist es aber wenigstens noch nicht so heiß. Bei Hitze dürfte es in dem steinigen Gelände sehr anstrengend sein.

Die Knorrhütte kommt dann relativ unerwartet, allerdings zeitlich passend. Hier wurde dann die erste Pause eingelegt und der Wanderproviant wurde wieder aufgestockt. Und das zu erstaunlich fairen Preisen: 1 € / Twix, 2,50 € / Skiwasser. Da hab ich auf besser erreichbaren Hütten schon deutlich mehr gezahlt. Auf der Knorrehütte war ich um knapp 10:40 und auch hier sind noch einige Hüttengäste losgestartet Richtung Zugspitze. Bei mir ging es nach knappen 20 Minuten Pause weiter zur Zugspitze.

Je weiter man sich dem Gipfel der Zugspitze näherte, desto mehr merkte man, dass man heute nicht alleine auf dem Gipfel stehen wird. Das erste mal drastisch merkte man das ganze, als man das Schneefernerhaus in Sichtweite hatte und auch die Menschenmassen daneben Schlittenfahren sah.

Das Schneefernerhaus (als vierte Hütte auf dem Weg) ist auch bewirtet und bietet noch die Möglichkeit der letzten Einkehr vor dem Münchner Haus auf der Zugspitze. Vor dem letzten Anstieg haben sich viele Grüppchen nochmal gesammelt und Pause gemacht, was nicht ungeschickt ist. Schließlich hat es der letzte Anstieg nochmal in sich, gerade wenn man bedenkt, dass man schon einige Kilometer und Höhenmeter in den Beinen hat.

Der letzte Anstieg ist, auch durch den Weg, sehr beschwerlich zu gehen. Die Steine sind sehr lose und man findet schlecht festen Halt. Nachdem man knappe 100 höhenmeter so bewältigt hat, geht es auf einen kleinen Klettersteig. Allerdings ist für den Klettersteig definitiv kein Klettergurt, Klettersteigset und Helm nötig. Schwindelfrei und Trittsicher sollte man allerdings schon sein.

Nachdem man die guten 100 Höhenmeter Klettersteig bewältigt hat steht man auf dem Zugspitzgrat und bei schönem Wetter dürfte man hier das erste mal einen einmaligen Blick auf Garmisch haben - mir war das leider nicht vergönnt. Stattdessen gabs Wolken satt.

Die letzten Meter ziehen sich dann doch länger als gedacht, dafür immer mit Blick auf die Zugspitzstation. Dort nach knappen 7 Stunden angekommen war ich erstmal extrem verwundert wie viele Leute auch bei schlechtem Wetter auf die Zugspitze rauffahren. Erstaunt war ich auch über die Zugspitzstation selber - ich hätte nicht gedacht, dass man auf den höchsten Berg Deutschlands ein drei oder vierstöckiges Haus mit Bar draufbaut.

Auf den eigentlichen Gipfel bin ich dann natürlich auch noch drauf gegangen. Erstaunlich war hier vorallem, dass die Leute selbst mit Flipflops die letzten Meter zum Gipfel meistern. Ich würd das ehrlich gesagt ohne festes Schuhwerk nur ungern gehen. Überfüllt war der Gipfel natürlich auch und daher war das Gipfelvergnügen eher ein kurzes.

Fazit: Die Zugspitztour durch Reintal lohnt sich auf jeden Fall, allerdings sollte man sich vom Gipfel selber nicht zu viel versprechen.

Nachhaltig beeindruckt hat mich auch ein Mann, welcher ohne große Ausrüstung die selbe Tour gegangen ist wie ich. Ohne große Ausrüstung heißt in diesem Fall, dass er mit 2 kaputten Regenschirmen als Stöcke, einer Stoffumhänge Tasche als Rucksack und alten ausgeleierten Motorradstiefel als Bergschuhe die Zugspitze bestiegen hat. Ich will hier niemand dazu ermutigen, ohne vernünftige Ausrüstung die Tour anzutreten, allerdings verhilft einem perfekte Ausrüstung eben auch nicht zum Gipfel, wenn man nicht körperlich fit ist. Der besagte Mann war übrigens um die 60.


Daten

  • Länge : 19.8km
  • Höhenmeter Aufstieg : 2285m
  • Höhenmeter Abstieg : -142m

Map



Höhenprofil

Sonnenaufgang
Partnachklamm
Partnachklamm
Sonnenaufgang
Sonnenaufgang
Im Reintal
Im Reintal
Wegweiser
Sonnenaufgang
Das Reintal
Zugspitze (2962m) über das Reintal
Schönes Wetter in den Bergen
Zugspitze (2962m) über das Reintal
Zugspitze (2962m) über das Reintal
Zugspitze (2962m) über das Reintal
Knorrhütte
Zugspitze (2962m) über das Reintal
Die letzten Meter
Das Schneeferner Haus
Schlittenfahren auf dem Zugspitz Gletscher
Die Zugspitzestation
Der Zugspitz Grat
Die Zugspitze
Das Gipfelkreuz
Der Aufstieg zur Zugspitze