Grödeln

Jeder Wanderer und Bergsteiger wird schon einmal etwas von Grödeln gehört haben. Doch was ist das überhaupt? Sollte man diese bei seiner Wanderausrüstung zwingend dabei haben? Grödeln kann man mit Steigeisen vergleichen, man sollte sie aber nicht verwechseln oder gar gleichsetzen. Sie dienen dem besseren Laufen bei Schnee und auf glattem Untergrund und werden ganz einfach unter die Bergschuhe geschnallt. So sind keine speziellen Schuhe, die für Steigeisen erforderlich sind, nötig. 

4- oder 6-Zacken Grödeln

Auf dem Markt werden derzeit unterschiedliche Grödeln angeboten. Diese besitzen 4 oder auch 6 Zacken. Im Vergleich dazu verfügen Steigeisen auch schon einmal bis zu 12 Zacken. Erst genannte werden überwiegend für einfachere Wanderungen eingesetzt, etwa wenn der Untergrund mit Geäst oder Geröll, wie man ihn auf einfachen Waldwegen vorfindet. Befindet man sich auf Wegen, die auch über größere Steigungen verfügen, dann sollte man die 6-zackigen Grödeln vorziehen. Diese haben in etwa die gleiche Qualität wie normale Steigeisen. Hiermit sind auch höherer Schnee sowie stärkere Steigungen kein Problem mehr. Der Nachteil hier ist allerdings bei glatten Flächen, die nur teilweise mit Schnee bedeckt sind. Man läuft nur auf den Zacken und findet dann auf den glatten Felsen keinerlei Halt mehr und gerät wesentlich schneller ins Rutschen.

Auf die Befestigung kommt es an

Je nach Modell können die Grödeln unterschiedlich an den Schuhen befestigt werden. Die gängigste Befestigungsart ist ein Riemen, der am Schuh befestigt wird. Einige Hersteller schwören auch auf eine Art Seilzugsystem, mit dem die Grödeln an den Schuhen fixiert werden. Welche Befestigungsmethode für einen selbst die richtige ist, sollte man vielleicht beim Kauf einmal testen. Es empfiehlt sich im Übrigen beim Kauf von Grödeln die eigenen Bergschuhe mit zunehmen. Dann kann man die Grödeln gleich auf die Schuhe einstellen lassen. Fehlt die richtige Einstellung und Positionierung wird man im Gelände keine Freude oder auch sicheren Halt haben, da sich diese sonst lösen oder hin und her rutschen. Will man keine Grödeln kaufen, dann besteht bei einigen Vereinen oder auf geführten Touren auch die Möglichkeit, sich welche für eine Tour auszuleihen. Man kann sich Grödeln auch beim DAV leihen.

Vor- und Nachteile der Grödel

Auch wenn die Grödeln in unwegsamem Gelände nur Vorteile haben, muss man auch die Nachteile ansprechen. Neben der Schwierigkeit auf glattem Felsen können auch die Kanten der verwendeten Riemen eine sehr scharfe Kante haben. Dies lässt den Bergschuh mit der Zeit unschön aussehen und das Material leidet darunter. Die Grödeln selbst sind nicht sehr schwer und können bei einem Gewicht von knapp 250 bis 500 Gramm auch im Rucksack mitgeführt, und nur bei Bedarf angelegt werden. Besonders bei längeren unbekannten Touren können sie sich als sehr hilfreich erweisen. Gerade bei Abstiegen ist es ohne Grödeln in vielen Fällen sehr gefährlich. Wer also des Öfteren in unwegsamem oder vereistem Gelände unterwegs ist, der sollte keinesfalls auf Grödeln verzichten und diese zur Grundausstattung für eine komplette Wanderausrüstung hinzuzählen.