Villgratner Berge

Die Villgratner Berge sind eine weitere Untergruppe der Zentralalpen im Bereich der Ostalpen. In einigen Karten wird dieser Bereich auch noch als Defereggengebirge bezeichnet. Dieser Name hat sich aber nicht durchgesetzt, bzw. wurde einheitlich in Villgratner Berge geändert. Zusammen mit der Goldberg Gruppe, der Ankogel Gruppe, der Glockner Gruppe und der Schober Gruppe zählen die Villgratner Berge zu den Hohen Tauern. Auch die Kreuzeck Gruppe, die Granatspitz Gruppe oder die Venediger Gruppe wird mit den Hohen Tauern in Verbindung gebracht. Hier teilen sich das Land Italien und Österreich die Rechte und das Grenzgebiet. So ist die Villgratner Gruppe Südtirol, mit der Region Trentino-Alto Adige sowie Tirol zugeordnet. Betrachtet man die Hohen Tauern von vorne, findet man die Villgratner Berge im südlichen Bereich. Die Osttiroler Bezirkshauptstadt Lienz ist östlich des Gebirges angesiedelt. Das Städtchen Olang, im Pustertal gesellt sich an der Westseite dazu. Den Namen Villgratner Gruppe erhielt das Gebirge durch das gleichnamige Villgratental, das sich südlich anschließt. Der imposante Gipfel ist in dieser Region die Weiße Spitze mit einer Höhe von 2962 Metern. 

Naturbelassene Gebiete in den Villgratner Bergen

Wenn auch landschaftlich schön, kann man hier von einem recht naturbelassenen Gebirgsstreifen sprechen. Der Tourismus ist hier noch nicht sonderlich ausgeprägt, Seilbahnen und Sessellifte sucht man hier vergebens, auch ausgebaute Straßen wurden hier noch nicht errichtet. So kann man in den Villgratner Bergen die Natur und die Einmaligkeit noch genießen. Erwähnenswert sind hier noch die unzähligen wunderschönen Bergseen und die unbelastete Pflanzen und Tierwelt. Für Skitouren im Winter kann man sich jedoch in das Villgratental oder in das Gsieser Tal zurückziehen.

St. Jakob an der Weißen Spitze

Wer sich schon mal im Bereich der Weißen Spitze aufgehalten hat, dem wird die Stadt St. Jakob nicht unbekannt sein. Die gesamte Gemeinde zieht sich vom Defereggental bis zu den zahlreichen Nebentälern. Auch dieser Landschaftsstreifen wurde in den Naturpark Hohe Tauern mit eingemeindet und ist die größte Menschenansiedlung im Defereggertal. Früher lebten die Einwohner allgemein nur von der Landwirtschaft und dem Bergbau, mittlerweile allerdings ist auch der Tourismus eine sehr wichtige regionale Einnahmequelle. Kein Wunder, ist das Gebiet in Osttirol, gemessen an der Einwohnerzahl, doch  eher dünn besiedelt.

Gemessen an der Umgebung sind die Villgratner Berge eher flach, denn keiner der Gipfel überschreitet die 3.000 Meter. Doch immerhin sind in diesem Gebiet 19 Gipfel jenseits der 2.800 Meter. Neben der Weißen Spitze gibt es auch noch die Rote Spitze. Diese ist mit 2.956 Metern nur unwesentlich flacher als der Bruderberg.

Wo Berge sind, sind selbstredend natürlich auch Täler. Die Villgratner Berge verfügen über unzählige Täler, die diese von den anderen Regionen abgrenzen. So gibt es zum einen das Wilferner Tal, das aber weitestgehend unbesiedelt ist, das gleiche gilt für das Tal Kristein. Des Weiteren zählen natürlich auch die bereits erwähnten Täler Gsierer Tal sowie das Villgratental dazu. In nördlicher Richtung zählt noch das Defereggental hinzu, südlich grenzt das Iseltal die Villgratner Berge ab. Im weiteren Verlauf sollten auch der Lienzer Talboden, das Pustertal und das Antholzer Tal nicht unerwähnt bleiben. Die anschließende Riesenfernergruppe wird durch den Staller Sattel begrenzt.