Rofan Gebirge - Brandenberger Alpen

Der Rofan wird häufig auch Sonnwendgebirge genannt, dabei ist dieses nur der Teil im Westen, der sich zwischen dem Achensee und der Brandenberger Ache befindet. Daher wird das Gebiet hier auch meist als Brandenberger Alpen bezeichnet. Auch die Brandenberger Alpen gehören zu den nördlichen Kalkalpen und befinden sich vollflächig auf Österreichischem, genauer gesagt auf Tiroler Gebiet. Die bayerischen Voralpen sowie das Inntal grenzen von bayerischer Seite an. Im Osten schließt sich das Kaisergebirge, im Süden ein kleiner Teil der Kitzbüheler Alpen an. Doch auch mit dem Karwendel im Westen sowie den Tuxer Alpen südwestlich, haben die Brandenberger Alpen bekannte Nachbarn an ihrer Seite.

Ein Gebirge mit zahlreichen Höhepunkten

Die Brandenberger Alpen sind eine geschlossene Berggruppe, die näher betrachtet aus drei imposanten Gipfeln besteht, die jeweils einzeln gesehen werden müssen. Der Guffert fällt mit seinen 2195 Metern etwas aus dem Rahmen, da dieser einen eigenständigen Gebirgsstock bildet. Man findet ihn zwischen dem Rofan und den Tegernseer Blaubergen, nördlich von Steinberg. Etwas außerhalb ist das Ebener Joch mit 1957 Metern am Achensee zu finden. Dieser bildet den Anfang der zentralen Gruppe. Im Anschluss wären noch der Streichkopf, die Dalfazer Wände, das Spieljoch oder die Seekarlspitze zu erwähnen. Im weiteren Verlauf sind noch die Haidachstellwand, die Rofanspitze, der Sagzahn oder das vordere Sonnwendjoch empfehlenswert. Diese Gebirgsgruppen gliedern sich in Hauptkamm und Nebenkämme auf, wovon die eben genannten jeweils die Markantesten sind.

Der Hochiss ist der Höchste

Natürlich darf auch der höchste Gipfel nicht vergessen werden. In den Brandenberger Alpen ist dies der Hochiss mit einer stolzen Höhe von 2299 Metern. Er wurde an der Nordseite erstmals im Jahr 1911 von den Bergsteigern Hans Fiechtl und Hans Dülfer bestiegen. Besonders beeindruckend sind hier die Wände, die eine Höhe von bis zu 350 Meter aufweisen. Hier sind einige schwierige Klettertouren durchaus zu bewältigen. Ein bequemerer Aufstieg ist allerdings von der Südseite aus möglich. Das gesamte Gebiet des Rofans besteht in den höheren Lagen aus Plattenkalk, während sich in der unteren Hälfte eher Hauptdolomit-Gestein befindet. Betrachtet man den Hauptkamm sowie den Hochiss, wird der erfahrene Kletterer harten Kalkstein vorfinden, der unter den Bergbegeisterten sehr beliebt ist. Das leicht schuppige Gebirge ist vor allem an der Nordwand vorhanden.

Die Südseite der Brandenberger Alpen wurde schon relativ früh besiedelt, auch der Aufstieg ist hier wesentlich leichter. Daher ist auch nicht bekannt, wann der Hochiss erstmalig vom Süden her bezwungen wurde. Mittlerweile sind die Wanderwege sehr gut ausgebaut. Als feste Station gilt die Erfurter Hütte, die sich auf einer Höhe von 1831 Metern, im nördlichen Bereich von Maurauch befindet. Von dort aus erreicht man recht einfach den Gipfel oder alternativ auch noch das Gipfelkreuz. Die Brandenberger Alpen, im Besonderen der Bereich des Rofan ist für alle Bergsteiger geeignet und entweder allein oder in der Gemeinschaft, gut zu erklimmen.