Kaisergebirge

Das Kaisergebirge besteht aus zwei sehr beeindruckenden Gebirgsketten. Die gesamte Gebirgsgruppe ist den Ostalpen zugehörig und zählt daher zu den Nördlichen Kalkalpen. Das österreichische Kaisergebirge befindet sich komplett in Tirol, zwischen den Städten Kufstein und St. Johann. Der Wilde Kaiser, so wird das eine Gebirge genannt, besteht aus eher aus reinem und „nacktem“ Kalkfels, während der Zahme Kaiser eher mit unzähligen Latschenkiefern (Bergkiefern) bedeckt ist. Verbindung finden diese beiden Gebirge durch das Stripsenjoch auf einer Höhe von 1.580 Metern. Als natürlich Trennung dient das Kaisertal bzw. das Kaiserbachtal im Westen sowie im Osten. Von der Ausbreitung des Kaisergebirge geht man von 280 km² aus, was eine Länge von 14 km in Nordöstliche Richtung, sowie 20 km in West-östliche Richtung gedeutet. Das Gestein besteht überwiegend aus Dolomit und Wettersteinkalk.

Der Wilde und der Zahme Kaiser

Nicht nur von der Vegetation unterscheiden sich die beiden Gebirgsgruppen. Der höchste Gipfel des Wilden Kaiser ist die Ellmauer Halt. Dieser liegt im Gebiet von Kufstein und hat eine stattliche Höhe von 2.344 Meter. Neben dem Hauptgipfel gibt es um die vierzig weitere kleinere Berge und „Hügel“, die man ebenfalls bewandern kann, auch zahlreiche Kletterberge gehören dazu. So ist Bergfreunden sicherlich der Predigtstuhl, Karlspitzen, Goinger Halt oder Maukspitze sicherlich ein Begriff. Der Gipfel des Zahmen Kaiser ist etwas kleiner und erreicht die 2.000er Marke nur knapp. Der Vordere Kesselschneid misst genauer gesagt 2.002 Meter. Er steht in direkten Zusammenhang  mit der recht beliebten Pyramidenspitze, sie trennt nur ein ungefähr 50 Meter tiefer Sattel.

Vielfach wurden in Österreich schon Stimmen laut, dass das Kaisergebirge nicht völlig übererschlossen werden soll. Es wird versucht zu verhindern, überall Seilbahnen und gefestigte Straßen bauen zu lassen. Zu viel würde auch die schöne Landschaft dauerhaft zerstören. Mittlerweile ist auch das komplette Kaisergebirge, vordergründig die beiden Kaiser, mit einer Fläche von über 100 km²,  ein Naturschutzgebiet. Auf diese Weise konnte Schlimmeres verhindert werden. Betroffen von diesem Naturschutzgebiet sind die Gemeinden St. Johann/Tirol, Going, Kirchdorf/Tirol, Scheffau, Walchsee und Kufstein.

Dank Naturschutzgebiet eine vielfältige Fauna und Flora

Durch das Naturschutzgebiet konnten sich seltene Tier- und Pflanzenarten wieder ansiedeln und auch neu ansiedeln. So findet man im Kaisergebirge Tausende verschiedene Blütenarten, Moose oder Farne. Die Wälder sind überwiegend aus Mischbäumen, wie Fichten, Tannen oder Buchen, doch auch alle anderen Baumarten haben sich hier einen Platz gesichert. Nicht zu vergessen die abwechslungsreichen Almwiesen. Auch die unterschiedlichsten Tierarten sind hier zu beobachten. Angefangen bei allerlei Kleingetier wie Schlangen oder Echsen, findet man weiter oben im Kaisergebirge durchaus Gämsen oder Schneehasen. Natürlich fühlen sich hier auch Vögel wie die Felsenschwalbe, die Alpendohle oder aber das Auerhuhn oder das Schneehuhn recht heimisch. Wie es zu einem Gebirge gehört, dürfen auch Greifvögel nicht fehlen. So haben sich hier im Kaisergebirge Waldkauz, Steinadler, Habicht oder Sperber niedergelassen.

Auch wenn die Natur so wunderschön ist, birgt das Kaisergebirge auch eine Gefahr. So sollte das Kaisergebirge wirklich nur bei schönem Wetter bestiegen werden. Da viele Menschen gleichzeitig im Gebirge unterwegs sind, besteht eine erhöhte Gefahr von einem Stein getroffen zu werden. Gerade deswegen sollte auf eine Kopfbedeckung bzw. einen Helm geachtet werden. Durch loses Geröll ist auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sehr von Vorteil und auch gewünscht, dann wird man im Kaisergebirge viel Spaß haben.