Kletterseil

Will man einen Sturz im Freien Fall verhindern, darf man nur mit einem entsprechenden Kletterseil eine Klettertour starten. Das Kletterseil hat die Aufgabe, den möglichen Sturz elastisch und relativ weich abzubremsen. Daher eignet sich auch ein normales Seil zum klettern nicht, da es in der Lage sein muss, die Sturzenergie aufzunehmen und zu absorbieren.

Das Seil besteht aus einem Kern, der zusätzlich noch ummantelt ist. Dieser besteht aus mehreren Zehntausenden Einzelfasern. Auf diese Weise wird das Kletterseil vor Schmutz und Nässe sowie vor einer zu starken UV-Strahlung, geschützt. Dies garantiert für das Kletterseil eine hohe Langlebigkeit.

Die unterschiedlichen Kletterseile

Das Kletterseil wird in verschiedenen Längen angeboten. Diese Länge richtet sich danach, wo man letztendlich klettern möchte. Im Indoor-Bereich oder beim Turmklettern greift man meistens zu einem Kletterseil, das eine Länge von 60 bis 80 Metern hat. Im Alpin Bereich entscheiden sich die Klettersportler je nach ihren vorlieben für die Seillänge.

Am beliebtesten sind die sogenannten Einfachseile. Sie haben ungefähr einen Durchmesser von 9 bis 11 mm und wiegen pro Meter zwischen 60 und 80 gr. Einfachseile sind durch ein Zeichen mit der Nummer 1 auf der Seilbanderole gekennzeichnet. Sie sind auf 5 Normstürze bei einem Gewicht von maximal 80 kg ausgelegt. Dies dient als kleine Faustformel.

Das Halbseil ist ein Kletterseil, dass etwas leichter und auch dünner ist. Der Durchmesser liegt bei 8 bis 9 mm, das Gewicht bei schlanken 40 bis 55 gr. pro Meter. Hier werden 5 Normstürze bis maximal 55 kg angegeben. Dieses Kletterseil kann man an dem ½ Zeichen an der Banderole erkennen. Halbseile werden meist zusammengelegt eingesetzt, man nimmt sie also doppelt. Dies erhöht die Sicherheit, denn es ist eher unwahrscheinlich, dass spitze Felsen gleich beide Seile zerstört.

Halbseile werden sehr gern bei der Dreierseilschaft eingesetzt. Der Vorsteiger sichert sich hierbei mit beiden Seilen, während die weiteren Nachsteiger sich an den Einzelseilen absichern. Beim Abseilen werden diese mit einem Knoten verbunden, so können diese wieder als Doppelstrang eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Einfachseil ist hierbei auch die Abseillänge, die sich dadurch verdoppelt.

Am dünnsten ist das Zwillingsseil. Dieses Kletterseil muss immer im Doppelstrang verwendet werden. Im Doppelstrang unterscheidet es sich im Gewicht nur gering vom Einfachseil. Der Durchmesser liegt hier nur bei 7 bis 8 mm. Pro Meter kann man mit einem Gewicht von 35 bis 45 Gramm rechnen. Als Kennzeichnung befinden sich auf der Banderole zwei verschlungene Ringe. Wichtig hierbei ist zu wissen, dass ein Zwillingsseil nicht für die Absicherung von Nachsteigern verwendet werden kann.

Die Pflege des Kletterseils

Die Imprägnierung von einem Kletterseil ist qualitativ sehr entscheidend, denn diese bestimmt, wie viel Schmutz und Feuchtigkeit aufgenommen wird. Je mehr Feuchtigkeit aufgenommen wird, desto höher ist die Gefahr der Vereisung. Es ist auch der Verschleiß wesentlich höher und die Energieaufnahme ist erheblich eingeschränkt. Das feuchte Kletterseil ist nicht mehr so elastisch und das Handling gestaltet sich als schwierig. Selbstredend wird es dadurch natürlich auch schwerer. Um die vom Hersteller aufgetragene Imprägnierung nicht zu gefährden, sollte man auch häufiges Reinigen der Kletterseile verzichten. Bei grobem Schmutz sollten diese allerdings gewaschen und anschließend an der Luft getrocknet werden.