Karabiner

Erkundigt man sich über Karabiner, wird man feststellen, dass es unzählige Versionen gibt. Diese können beim Klettern Vor- aber auch Nachteile haben. Gut und schlecht gibt es allerdings nicht. Es kommt darauf an, wo und wie man die Karabiner einsetzt. Für eine bessere Übersicht kann man die Karabiner allerdings in zwei Gruppen einordnen.

Verschlusskarabiner

Ein Verschlusskarabiner, auch Schraubkarabiner genannt, hat die gleiche Form wie ein normaler Karabiner. HMS-Karabiner weisen eher eine Birnenform auf. Klettersteig Karabiner sind etwas eckiger und nicht ganz so breit. Doch ganz gleich, wie unterschiedlich die Form ist, die Verschlüsse sind sich sehr ähnlich. Beim Klettern werden überwiegend nur noch Schraubverschlüsse eingesetzt, diese werden auch als Petzl-Ball-Lock oder Selflock-Karabiner bezeichnet.

Schnappkarabiner

Auch Schnappkarabiner sind recht häufig anzutreffen. Wie der Name schon sagt, gibt es hier keine Sicherung und man kann ihn jederzeit öffnen. Wichtig ist es allerdings, dass er sich nicht aus Versehen öffnet, wo es nicht angebracht ist und sogar gefährlich werden kann. So sind sie bei größeren und sicheren Standplätzen oder als Zwischensicherung besser geeignet. Die eingebauten Schnapper bestehen überwiegend aus Vollmetall, einige haben noch einen zusätzlichen Draht integriert.

Grundsätzlich haben Karabiner die Aufgabe den Kletterer beim Klettern zu sichern. Sie führen das Seil und geben einen gewissen Halt und verhindern den Sturz. Wie bei allen Teilen, die der Sicherheit dienen, müssen auch hier strenge Normen erfüllt werden. Den idealen Karabiner gibt es nicht. Sie sollen leicht sein, einfach in der Anwendung und auch stabil sein. Da kein Karabiner alle Anforderungen gleichzeitig erfüllen kann, sollte man den Einsatzzweck genau bedenken und gegebenenfalls mehrere Karabiner mitführen. Seilklemmen bieten hier eine gute Alternative. Hier ist eine Seilbremse integriert, die im Falle eines Absturzes sofort greift.

Empfehlenswerte Karabiner-Systeme

In der Praxis haben sich auch Karabiner mit dem sogenannten Twist-Lock System bewährt. Hier wird für die Fixierung des Schnappers einfach eine Hülse über den Verschluss gezogen. Sie muss nicht komplett verschlossen werden, meist bleibt ein kleiner Zwischenraum, der ein leichteres Ausklinken ermöglicht. Übt man Druck auf die Feder aus und dreht an der Hülse, wird der Schnapper fixiert. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Gerade die Aussparung am Karabiner kann sich in Bekleidungsstücken verfangen und sich so unfreiwillig drehen. Auch die Hülse kann in diesem Zustand sehr leicht brechen.

Etwas sicherer sind daher die Ball-Lock oder Spin-Ball-Systeme am Karabiner. Diese sind mit dem Twist-Lock-System vergleichbar, allerdings wird hier der Schnapper von einer kleinen Kugel geschlossen gehalten. Durch Federungen schließt sich der Schnapper von selbst, sodass das Schließen vom Kletterer versehentlich nicht vergessen werden kann. Will man den Karabiner öffnen, muss man die vorhandene Kugel drücken und die Hülse drehen. Dies ist zwar sicherer als das Twist-Look-System, allerdings ist die Handhabung dieser Karabiner in der Praxis, besonders bei Verwendung von Handschuhen oder mit nur einer Hand, sehr schwierig.

Einen Kletterkarabiner erkennt man daran, dass die Bruchfestigkeit immer auf dem Karabiner selbst angegeben ist. Sollte dies nicht der Fall sein, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Schmuckkarabiner, der nicht fürs Klettern geeignet ist.

Eine besondere Form der Karabiner stellen die Expressen Sets da. Expressen Sets sind zwei zusammengenähte Karabiner, die meist beim Vorstieg am Fels verwendet werden.