Bouldern

Bei der Disziplin Bouldern wird ohne Gurt und Seil am natürlichen Fels oder an der künstlichen Kletterwand geklettert. Der Begriff Bouldern leitet sich aus dem Englischen von boulder = Felsblock ab. Als eigene Kletterdisziplin ist es seit dem Jahre 1970 anerkannt und hat in den letzten Jahren einen rasanten Aufschwung erlebt.Die Ursprünge des Bouldern gehen aber noch weiter zurück. Bereits um 1900 gab es erste Ansätze für diese Disziplin. In den 50er Jahren wurde der Sport maßgeblich von den Kletterern Gill und Fietz geprägt. Gill brachte dabei Elemente des Geräteturnens mit den Klettertechniken zusammen und verwarf die sogenannte Drei-Punkt-Regel. Er entwickelte einen dynamischen Bewegungsstil, der durch den Schwung eine fließende Fortbewegung gestattete.

Bewertungssystem beim Leistungs Bouldern

Wie bei jeder Kletterdisziplin gibt es auch beim Bouldern unterschiedliche Bewertungssysteme. Das von Gill eingeführte System bewertet die Probleme beim Bouldern im Gelände. Das Bewertungssystem nach der Einteilung von B1 bis B3 konnte aber in seiner ursprünglichen Form nicht lang bei behalten werden. Neue Schwierigkeitsgrade wurden eingeführt.

Heute ist die Fontainebleau Skala am weitesten verbreitet. Boulderprobleme und Traversenprobleme werden differenziert bewertet. Da immer neue Routen erschlossen werden, ist die Skala nicht starr, sondern ermöglicht jederzeit eine Erweiterung. In der Kletterhalle erfolgt beim Bouldern die Bewertung nach der Farbe der Griffe, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade darstellen.

Die Ausrüstung für das Bouldern ist relativ klein. Kletterschuhe, die Bouldermatte und der Magnesiumsack reichen hierfür völlig aus. Bürsten zum Reinigen der Griffe und ein Fußabstreifer zur Reinigung der Schuhe ist noch sehr nützlich. Nur für schwierige Routen steht ein Partner zur Sicherung zur Verfügung, der den Bolderer spottet. Beim Spotten versucht die sichernde Person den Boulder im Fall eines Sturzes so zu lenken, dass dieser den Sturz leicht abfangen kann.

Bouldern in der Halle

Ob man Indoor oder Outdoor Bouldern ausführt, bleibt dem einzelnen Sportler überlassen. Die Halle ist auf jeden Fall für Anfänger eine gute Trainingsmöglichkeit. Beim Bouldern ist nicht nur die Kraft gefragt. Das explizite Suchen nach dem richtigen Einstieg, das Testen und Experimentieren nach dem effektivsten Weg erfordert neben der Kraft auch sehr viel Kopfarbeit.

Bis zum ersten Flash bedarf es aber einige Übungen. Beim Flashen schafft man eine Route sofort auf Anhieb, ohne diese jemals vorher probiert zu haben. Wer nun die ersten Schritte zum Bouldern wagen möchte, sollte sich nicht von den kinderleicht aussehenden Kletterwänden täuschen lassen. Schnell wird man beim Bouldern seine Grenzen erkennen. Auch wenn die Routen weit aus kürzer sind, als beim normalen Klettern, ist der Schwierigkeitsgrad doch um sehr vieles höher.