Alpinklettern

Für die Liebhaber des alpinen Klettern steht nicht in erster Linie die sportliche Herausforderung. Ihr Ziel ist das Erreichen des Berggipfels. Hier wird man beim Alpinklettern mit einem traumhaften Tiefblick über die Landschaft und das, unter einem liegende, Tal belohnt. Doch das Alpinklettern hat eigene Spielregeln. Für das Klettern im Gebirge benötigt man ausreichende Kenntnisse über Sicherungstechniken und die Wahl der richtigen Route. Der Kletterer ist beim Alpinklettern teilweise völlig auf sich allein gestellt, Witterungseinflüsse und schlechter Fels erschweren den Weg nach oben.

Die Anfänge des Alpinklettern

Die Geschichte vom Alpinklettern geht bis in die Anfänge des 20. Jahrhundert zurück. Mit dem Bezwingen der großen Felswände der Alpen wurde eine neue Kletter-Ära eingeleitet. Schon damals stellten die Kletterer ihr können beim Alpinklettern unter Beweis. 1901 wurde die Route „Via Classica“ durch die mächtige Südwand der Marmolata bestiegen und auch der „Steinerweg“, welcher 1909 durch die Südwand des Hohen Dachsteins erschlossen wurde, zeugt vom Mut der Kletterer.

Ein erneuter Aufschwung im Bereich Alpinklettern folgt nach Ende des Ersten Weltkrieges. Weitere schwere Wände wurden bestiegen und die Wege wurden immer schwieriger. Seit dem Zweiten Weltkrieg setzt sich die möglichst gerade Linie zum Gipfel durch. Reinhold Messner ist Vorreiter des Freiklettergedankens. Dem Extrembergsteiger gelingen teilweise außergewöhnliche Erstbesteigungen im Alleingang.

Alpinklettern als Höchstleistung für den Kletterer

Das Alpinklettern wird in die Kategorie des Freikletterns eingeordnet. Einige Stellen sind für den Kletterer nicht frei kletternd zu erreichen. Deshalb kann es nötig sein, technische Kletterstiele anzuwenden, um in der risikoreichen Umgebung die Seilschaft nicht in Gefahr zu bringen.

Für die Sicherung beim Alpinklettern werden auch zunehmend Bohrhaken eingesetzt. Die Absicherung auf natürlichen Linien mittels Klemmkeilen, Friends und Normalhaken ist so nicht mehr nötig. Inzwischen stehen dem begeisternden Alpinkletterer zahlreiche Routen beim Alpinklettern zur Verfügung. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade gestatten die Auswahl nach dem persönlichen Leistungsstand. Eine gute Planung ist Voraussetzung für einen sicheren Auf- und Abstieg. Mit Kenntnissen über die Felsbeschaffenheit und den genauen Routenverlauf kann das Abenteuer Berg beginnen.

Grundkenntnisse sind beim Alpinklettern notwendig

Bevor man an den ersten Aufstieg im alpinen Gebirge denkt, sollte man einige Grundkenntnisse aufweisen. Das Klettern in der Halle reicht nicht dafür aus. Einen echten Felsen sollte man schon bestiegen haben. Kondition und Trittsicherheit für das Alpinklettern erhält man auf Klettersteigen und Wanderwegen.

Die meist komplizierten Gebirgsrouten sollte bei ersten Mal, zwei Grad unter der bisher erreichten Schwierigkeitsstufe liegen. Mit einer gut gesicherten Route, die über einen klaren Verlauf und festen Fels verfügt, wird der erste Anstieg gelingen. Die ersten alpinen Erfahrungen sollte man unter Obhut eines kundigen Führers sammeln. Der Weg in das Abenteuer Alpinklettern ist nicht nur beschwerlich, sondern auch lohnenswert.